Zäune, Mauern Sichtschutz – Warum die Grenzen so wichtig sind

Ein Garten mit Hecken und Bäumen, im Hintergrund eine hohe Rote Mauer, ein Kind spielt davor

Ein Garten ohne Grenze ist kein Garten, sondern Landschaft. Je kleiner dein Garten ist, desto wichtiger wird die Grenze, desto enger rückt sie unvermeidlich an dich heran. Du kannst deinen Grenzen nicht aus dem Weg gehen. Also mach sie zu deinem Verbündeten.

Die Besitzer von großen Gärten sind seit den Tagen des Barock von der Idee begeistert, ihren Garten mit der umgebenden Landschaft zu verknüpfen, so dass er praktisch endlos wirkt. Im Barock verlängerte man dafür die Achsen der Parkwege bis hinein in die umgebenden Wälder. Im englischen Park ging es ohnehin um eine landschaftliche Gestaltung und die Wiesen und Wäldchen wurden einfach irgendwann unsichtbar durch ein Aha von der landwirtschaftlich genutzten Fläche geteilt. 

Foto eines großzügigen Gartens am Meer - die Grenzen lassen sich nicht erkennen
Dieser Garten scheint grenzenlos

Ein Fehlen von sichtbaren Grenzen wird mit dem Gefühl von Weite und Freiheit verbunden. Das funktioniert leider nur, wenn die Umgebung mitspielt. 

Wenn die Umgebung nicht zum Thema deines Gartens passt, macht sie deinen Garten nicht größer.

In kleinen Gärten muss man ein Gefühl von Größe ohnehin mit anderen Mitteln erzeugen. Ein bisschen was dazu habe ich schon im Artikel über Rasen in kleinem Garten erzählt.

In einem kleinen Garten sind die Grenzen immer ganz nah an dir dran. 

Ohne blickdichte Einfriedung stoppt dein Blick nicht an der Grenze deines Grundstücks, sondern schweift weiter. Was siehst du? Hmmm. Sanfte Hügel, Wälder, ein glitzernder See in der Ferne … Vermutlich eher die Nachbargärten. Die Nachbarhäuser. Vielleicht eine Straße? Parkende Autos? 

Hinter einem hohen Maschendrahtzaun eine Asphaltfläche, Autos und ein Hochaus im Hintergrund
Nachbarschaft kann auch mal so aussehen

Willst du deinen Garten mit dieser Umgebung verweben?

Waschbetonplatten und Wäschespinne aufstellen? Einen Parkplatz asphaltieren?

Du hast in deinem Garten leider keinen Platz für weiche Übergänge, für ein Verwischen von draußen und drinnen. 

Es sei denn natürlich, deine Nachbarn und du seid euch einig, was das Konzept eurer Gärten angeht. Dann verbindet eure Gärten und vergesst alle Grenzen.

Oder du hast einen wunderschönen Garten in der Nachbarschaft, dann klau dir mit dem geschickten Einsatz von Sichtverbindungen ein bisschen was von seiner Pracht. Dazu unten mehr.

Aber fast immer wirst du Wünsche für deinen Garten haben, einen Anspruch an deinen Garten, der sich von denen deiner Umgebung unterscheidet. Dann wird es Zeit, klare Grenzen zu setzen, bevor dein Gartentraum von den Träumen und Alpträumen außerhalb verwässert oder aufgefressen wird. 

Eine Blickdickte Einfriedung kann erstmal furchteinflößend wirken, weil sie uns abschottet und abwehrend wirkt, und wir wollen ja Teil unserer Nachbarschaft sein und nicht als die arroganten Snobs von nebenan wirken, aber die Frage ist, was willst du für deinen Garten? 

Willst du deinen Garten doof finden, damit alle anderen mit deinem Garten zufrieden sind?

Träumst du von verdösten Nachmittagen in der Hängematte? FKK Sonnenbaden? Romantisches Picknick unterm Sternenhimmel? Epische Grillparties mit deinen besten Freunden? Bei welchen dieser Gelegenheiten möchtest du von deinen Nachbarn über den Gartenzaun beobachtet werden? Oder in eine Diskussion über die Kehrwoche verwickelt werden? Oder das skandalöse Verhalten von Frau Kruschke zwei Häuser weiter (FKK Sonnenbaden z.B.) diskutieren? Nachbarn können die wunderbarsten Menschen dieses Planeten sein. Beantworte dir bitte einfach so ehrlich du nur irgendwie kannst die Frage, wie nah du sie gern an deinem Garten dran hättest.

Figur eines älteren Menschen mit Hut, der durch ein Fernglas späht.
Jeder hat diesen einen Nachbar …

Also Lass deine Grenze für dich arbeiten

Eine Blickdichte Grenze macht es dir einfacher, an deinen Garten zu glauben.

Eine Standardausführung für die Einfriedung von Reihenhausgärten ist ein achtzig Zentimeter bis einen Meter hoher Zaun, entweder aus Maschendraht oder Stahlmatte. An der Terrasse vor dem Wohnzimmerfenster gibt es eine Sichtschutzwand aus Metall oder Holz. Häufig kommt noch eine Hecke dazu.

Das bringt fast einen nie sinnvollen Effekt. Über Zaun und gleichhohe Hecke kann selbst eine zehnjährige hinwegsehen, damit rennt dein Blick wieder ungehemmt in deine Umgebung, die deinem Traum von deinem Garten nur im Weg steht.

Schau dir die beiden Bilder genau an.

Skizze schwarz Weiß eines kleinen Garten von halb obenbetrachtet mit Hecken, Sträuchern und einer blickcitehnm umlaufenden Einfriedung.
Ein Kleiner Garten

Ich habe sie einer Freundin gezeigt und sie nach den Unterschieden gefragt.

Skizze schwarz weiß, ein kleiner Garten mit Hecken und STräuchern, halb von oben gesehen, mit einer neidrigen Zaun Einfriedung
der gleiche kleine Garten, bis auf …

Ihre Antwort: „Oh, das zweite ist ein Vorgarten.“

Der zweite Garten unterscheidet sich nur in einem einzigen Punkt vom ersten: Die hohe Hecke an der Grundstücksgrenze ist durch einen niedrigen Zaun ersetzt, die Bäumchen am Ende des Gartens entfallen zu Gunsten des freien Blicks auf die andere Straßenseite. Das zweite Bild wirkt wie ein Vorgarten, aber es ist immer noch der gleiche, kleine Reihenhausgarten, nur ohne seine Begrenzungen. 

Woher kommt die Assoziation Vorgarten? Der Garten ohne Grenzen hat kein Gefühl von Privatheit mehr. Möchtest du auf einer der beiden Bänke sitzen, ohne einen Schutz in deinem Rücken? In welchem der beiden Gärten möchtest du mit deinem Kind im Planschbecken toben?

Es schadet deinem Garten nicht, in einzuschließen. Der richtige Rahmen macht das Bild erst perfekt. Eine starke Grenze macht deinen Garten stärker. Du musst mir das nicht glauben. Ich habe wieder ein Pinterest Bord angelegt. Klick die Bilder durch und wenn dir irgendeines besonders gut gefällt, nimm in Gedanken die Grenzen weg. Die Mauern, den hohen Zaun, die Hecken, die Hauswände. Ersetze die Grenzen durch die Umgebung deines Gartens. Prüfe, wie sich die Atmosphäre verändert.

„Aber da ist diese unverschämt schöne Linde gleich vor meinem Zaun, und nichts tue ich lieber, als den Sommerabend mit meiner Nachbarin über den Gartenzaun zu verplaudern!“

Ja! Perfekt! Mach das! 

Sei ein Räuber, sei unverschämt! Nimm dir, was dir gefällt!

Wenn du eine Sichtachse hast, über die dein Blick gerne rennt oder die eine Ecke, in der in den Sommerferien die Sonne abends untergeht, das wehende Stückchen Krone der Trauerweide da drüben, – nimm es dir. 

Bau ihm einen Rahmen in deine Grenze. 

Unterbrich die Mauer, den Zaun, die Hecke. Schaff den Ausgang aus deinem Garten an der Stelle, an die du am liebsten schaust. Richte dir eine Ecke ein, die Durchlass bietet. 

Durch ein Tor in einer hohen Mauer geht der Blick in einen zweiten, prächtigen Gartenraum
Ein Durchblick in einen anderen Gartenraum. Niemand sagt, dass es deiner sein muss.

Ein Plausch über den Gartenzaun ist eine der großen Freuden des Lebens, kümmere dich gut um ihn. Zum Beispiel mit einem Zaun oder einer Mauer, auf der man sich abstützen oder anlehnen kann. Maschendraht- oder Stahlmattenzaun eignen sich dafür kaum. Hecken sind leider auch etwas schwieriger. Stabile Lattenzäune sind gut. Taillenhohe Mauern wären meine persönlichen Gewinner. Die Laibungen von Gartentüren sind ebenfalls ziemlich gut.

Zwei Senioren im Gespräch vor einer Mauer
Im Zwefel ist auch ein Stock schon ein guter Anfang, um sich anzulehnen.

Starke Grenzen sind wichtig in kleinen Gärten, und nichts ist spannender als ein Riss in der Mauer, der etwas anderesverheißt. Demnächst folgt noch ein Artikel über einen der grandiosesten Tricks in kleinen Gärten – Neugierde. 

Wenn du aus diesem Artikel nur eines mitnimmst dann das hier: „Nimm deine Wahrnehmung und deine Wünsche ernst. 

Nimm dir, was du willst, und lass den ganzen Rest draußen. Dafür brauchst du GRenzen im kleinen Garten

Was denkst du über den Gedanken, deinem kleinen Garten starke, dichte Grenzen zu geben, um in diesem geschützten Raum deine Ideen zu verwirklichen? Gute Idee? Oder bist du anderer Meinung?

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Wenn häufiger hier vorbeischaust, ist dir vielleicht aufgefallen, dass ich in der Benutzung der Grafiken gerade ein wenig herumprobiere. Gefallen dir die Fotos? Oder soll ich lieber bei den Skizzen bleiben? Oder etwas ganz anders machen?

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